Auf zur letzten Etappe der Rekordhatz – - (inkl. aller DSV-Starter und ihrer Strecken)

By SeSc

(09.12.2009) Am Donnerstag beginnt in Istanbul die Schwimm-Europameisterschaft auf der Kurzbahn. Für die Sportler des Deutschen Schwimm-Verbandes ist die Rückkehr an die kontinentale Spitze das Ziel. Eine Medaillenausbeute im zweistelligen Bereich ist die Vorgabe von Bundestrainer Dirk Lange. Die Hoffnungen dafür ruhen  vor allem auf Doppelweltmeister Paul Biedermann, der nach einem grippalen Infekt wieder einsatzbereit ist.

“Wir stehen am Ende eines sehr erfolgreichen Jahres und das wollen wir in Istanbul entsprechend abschließen”, erklärt Bundestrainer Dirk Lange. Nach den starken Leistungen bei der Weltmeisterschaft im Sommer und den überzeugenden Auftritten auf der Weltcupserie gilt es zum Abschluss des Jahres sich noch einmal gegen die kontinentale Konkurrenz zu behaupten. Trotz eines erst kürzlich überstandenen Grippe-Infekts gilt Paul Biedermann als absoluter Favorit über seine Weltrekordstrecken, die 200 und 400 Meter Freistil. “Es wird wahrscheinlich keine Bestzeit werden bei der EM, aber ich hoffe doch, dass ich gut schwimme”, so der 23-Jährige. Bereits am Donnerstag steht über 400 Meter Freistil für ihn das erste Finale auf dem Plan. Hier will Biedermann seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Beim Ziel für die halbe Strecke stapelt der Hallenser jedoch tief und strebt zunächst nur eine Finalteilnahme an. “Die EM ist nur ein Bonus, denn ich habe in diesem Jahr schon mehr erreicht als erhofft”, gibt sich Biedermann betont locker.

Medaillenhoffnung Steffen Deibler fällt aus

Neben Biedermann ruhten die Medaillenhoffnungen vor allem auf Steffen Deibler, der beim Weltcup in Berlin als erster Mensch unter 22 Sekunden über die 50 Meter Schmetterling blieb. Doch wenige Tage vor EM-Start die Hiobsbotschaft für Bundestrainer Dirk Lange: Deibler fällt genauso wie sein Bruder Markus und der Brustspezialist Marco Koch auf Grund einer Grippe aus. Damit schwinden auch die Chancen für die deutschen 4×50 Meter Freistil- und Lagen-Staffeln. In beiden galt Deibler als gesetzt. Während die Lagenstaffel auch ohne Deibler Hoffnungen auf eine Medaille hat, könnte es das Freistil-Quartett schwer haben, gegen die starke Konkurrenz aus Frankreich, Russland oder auch Italien zu bestehen.

Rückkehr an die europäische Spitze auch ohne Britta Steffen

Bei den Frauen muss die DSV-Spitze auf Olympiasiegrin Britta Steffen vezichten, die sich derzeit nicht in der Form fühlt, mit der internationalen Spitze zu konkurrieren. An ihrer Stelle soll vor allem Daniela Samulski für Edelmetall sorgen. Auf den 50 Meter Rücken zählt sie zu den Titelkandidatinnen. Auch bei den Herren hat der DSV über diese Strecke ein heißes Eisen im Feuer. Schwimm-Oldie Thomas Rupprath knackte bei den Deutschen Meisterschaften in Essen den Europarekord über die 50 Rücken und zählt zu den Titelanwärtern. Über die doppelte Distanz darf sich Helge Meeuw Chancen ausrechnen. Zu ihnen gesellen sich über die Bruststrecken Hendrik Feldwehr sowie Sarah Poewe, Janne Schäfer oder Caroline Ruhnau. Auch die beiden Frauenstaffeln und die Langstreckenspezialisten Wolfgarten und Kubusch gelten als Medaillenaspiranten. Sie alle sollen dafür sorgen, dass die Kurzbahn-EM im vergangenen Jahr in Rjieka eine Ausnahme bleibt. Die Schwimmer des DSV kamen hier nur auf den achten Rang im Medaillenspiegel, nachdem man zuvor sieben Jahre in Folge der erfolgreichste Verband war. Istanbul soll dabei eine Durchgangsstation zur EM auf der 50-Meter-Bahn in Budapest im kommenden Jahr sein. “Wir wollen im Sommer bei den Europameisterschaften auf der Langbahn stärkste Nation werden, da sind die Kurzbahnmeisterschaften der erste Gradmesser“, kündigte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow an.
Vielstarter im deutschen Team ist Marco di Carli, der über vier Einzelstrecken antritt. Einzige unbesetzte Strecke sind die 200 Meter Schmetterling bei den Herren. Alle deutschen Starter und ihre Strecken finden Sie unten.

Kampf um die Rekorde für die Ewigkeit

Zum Ende der Hightech-Ära um die “Wunderanzüge” im Schwimmsport wird bei der Kurzbahn-EM noch einmal mit einem Rekordfestival gerechnet. Nachdem während der Weltcup-Serie die weltweite Konkurrenz bereits eine Bestmarke nach der anderen ablieferte, bleibt allerdings abzuwarten, in wie weit Europas Top-Schwimmer nun noch einmal nachlegen können. Weit über 100 Weltrekorde fielen in diesem Jahr bereits und bevor die Anzüge im kommenden Jahr verboten werden, wollen sich viele der internationalen Spitzenschwimmer noch einmal in den Rekordlisten verewigen. Die Bestmarken dürften für eine lange Zeit bestand haben, wenn ab dem 1. Januar nur noch herkömmliche textile Materialien erlaubt sind und die Männer nur noch in Hosen, die höchstens bis zu den Knien reichen, schwimmen dürfen. Wie mit den “Hightech-Weltrekorden” ab dem neuen Jahr verfahren wird, will der Weltverband FINA erst Mitte Januar entscheiden.

Hier nun die Liste der deutschen Starts bei der EM (sollte eine Strecke übersehen worden sein, bitte kurze Info):

Schwimmer Strecken Schwimmer Strecken
Dorothea Brandt 50 Br   Christoph Fildebrandt 50 Fr
  100 Fr     100 Fr
  50 Fr      
      Marco di Carli 50 Fr
Caroline Ruhnau 50 Br     50 Rü
  200 Br     100 Rü
  100 Br     100 Lg
         
Janne Schäfer 50 Br   Morten Ahme 200 Lg
        400 Lg
Sarah Poewe 50 Br      
  200 Br   Dimitri Colupaev 200 Lg
  100 Br     100 Fr
        200 Fr
Daniela Samulski 100 Rü      
  50 Rü   Felix Wolf 200 Rü
        50 Rü
Franziska Hentke 200 S     100 Rü
         
Theresa Michalak 200 Lg   Lucien Haßdenteufel 200 Rü
  100 Lg     50 Rü
  400 Lg     100 Rü
         
Lisa Vitting 100 Fr   Johannes Dietrich 100 S
  200 Fr     50 S
         
Daniela Schreiber 100 Fr   Hendrik Feldwehr 100 Br
  50 Fr     50 Br
  200 Fr      
      Johannes Neumann 100 Br
Lena Kalla 50 S     50 Br
  100 S     200 Br
         
Karoline Degenhardt 200 Br   Paul Biedermann 400 Fr
        200 Fr
Franziska Jansen 400 Fr      
  800 Fr Thomas Rupprath 50 Rü
        100 Lg
Isabelle Härle 400 Fr      
  800 Fr Stefan Herbst 100 Fr
        200 Fr
Nina Schiffer  400 Lg      
      Helge Meeuw 100 Rü
Jenny Mensing 200 Rü      
      Christian Kubusch 400 Fr
        1500 Fr
Jan Wolfgarten 1500 Fr

 

 

 

(Eine Version dieses Artikels erschien bei sportme.de)

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Erstellt am Mittwoch, Dezember 9th, 2009 um 22:33 in den Kategorien Allgemein, Deutschland, Welt. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.

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