Schwimmjahr 2010: Australier legen vor

By SeSc

(21.03.2010) Während die Top-Schwimmer der USA und Europas sich derzeit noch bei verschiedenen kleineren Meetings tummeln, haben die Australier bereits ihren ersten Saisonhöhepunkt hinter sich. Bei den nationalen Meisterschaften und Qualifikationswettkämpfen für die Commonwealth Games im Herbst gab es Spitzenzeiten am Fließband und auch den ein oder anderen Textil-Weltrekord. Auf 23 der insgesamt 34 Einzel-Distanzen auf der Langbahn stehen nun australische Schwimmer an der Spitze der Jahresbestenlisten.

Rückenspezialistin Emily Seebohm schwamm bei den Titelkämpfen in Sidney gleich zwei Mal Zeiten, die vor der Hightech-Ära noch Weltrekorde gewesen wären. Über 100 Meter Rücken war sie in 59,21 Sekunden noch einmal vier Hundertstel schneller, als bei ihrer alten Bestzeit, mit der sie die Textil-Bestmarke von Natalie Coughlin unterboten hatte. Im Finale über die 50 Meter schaffte sie es dann in 27,95 Sekunden als erste Frau ohne Hightech-Anzug unter der Marke von 28 Sekunden zu bleiben. Die alte Bestzeit wurde 2007 von der Chinesin Li Yang in 28,09 aufgestellt.
Über die 200 Meter Lagen war Stephanie Rice in 2:10,07 Sekunden nur zwei Hundertstel langsamer als die Amerikanerin Katie Hoff im Jahr 2006.

200Fr: Drei Frauen bleiben unter 1:58

Schon im ersten Endlauf ging es schnell zur Sache. Im Finale über 200 Freistil blieben gleich drei Frauen unter 1:58 Minuten. Am schnellsten war die 18-Jährige Blair Evans in 1:57,38 vor Bronte Barrat (1:57,46) und Kylie Palmer (1:57,69). Alle drei waren somit schneller als Weltrekordlerin Federica Pellegrini bei deren Auftritt in Berlin Ende Februar und führen nun die Weltjahresbestenliste an, in welcher zehn der Plätze in den Top-15 nun von australischen Schwimmerinnen eingenommen werden. Alle waren schneller als zwei Minuten. Bei den Männern siegte über diese Distanz Nicholas Ffrost, der in 1:47,50 Minuten sechs Hundertstel schneller war, als Paul Biedermann beim Duell gegen das britische Nationalteam

Eamon Sullivan als erster unter 49 Sekunden

Sprintspezialist Eamon Sullivan meldete sich bei seinen Auftritten über 50 und 100 Freistil in der Weltspitze zurück. Nachdem er mittlerweile seine fünfte Hüftopertion hinter sich hat, schätzte sein Trainer die Chancen bei den Trials vorn dabei sein zu können vor den Wettkämpfen noch auf nur etwa 20%. Doch schon im Vorlauf über 100 Freistil bewieß Sullivan, dass er bestens in Form ist. In 49,06 Sekunden legte er im Vorlauf über 100 Freistil bereits die schnellste Zeit in diesem Jahr hin, um sich dann im Finale auf 48,52 Sekunden zu steigern. Damit liegte er mit großem Abstand an der Spitze der Weltrangliste. Über die 50 Freistil wurde Sullivan in 22,38 Sekunden Dritter.

Goeff Huegill: Mit 45 Kilo weniger zum Comeback

Für ein weiteres fulminantes Comeback sorgte der mittlerweile 31-jährige Geoff Huegill. Über seine Paradestrecke, die 50 Meter Schmetterling, holte er sich in 23,46 Sekunden den Titel und legte damit die bisher schnellste Zeit in diesem Jahr hin. Nach den Olympischen Spielen 2004 hatte Huegill bereits den Schwimmanzug an de Nagel gehängt und stark an Gewicht zugelegt. Mit dem Ziel Commonwealth Games 2010 und Olympia 2012 startete er jedoch ein Comeback, nahm 45 Kilogramm ab und kann sich nun über den ersten Titel freuen. “Es ist, als würde ein Traum wahr werden”, so Huegill, der für die Commonwealth Games in Indien im Herbst eine Medaille anpeilt.

14-Jährige schlägt Weltmeisterin und Olympiasiegerin

Trotz der Erfolge des “alten Herren” war es vor allem ein Teenager, der in Sidney für Furore sorgte – die erst 14-jährige Yolane Kukla.  Sie entschied in 25,92 Sekunden die 50 Meter Schmetterling für sich und ließ dabei neben Weltmeisterin Mareike Guehrer auch Olympiasiegerin Jessica Shipper hinter sich. Über die 50 Meter Freistil konnte sich die Teenagerin dann sogar ihren zweiten Titel sichern. Nach einem Frühstart wurde sie über die doppelte Strecke jedoch disqualifiziert, auch hier hätte es für sie wohl zum Sieg gereicht.

Australier geben Richtung für 2010 vor

Insgesamt konnten sich die australischen Schwimmer auf 23 der 34 Langbahn-Strecken an die Spitze der aktuellen Jahresbestenlisten setzen. Über alle drei Bruststrecken beispielsweise führt dort nun Brenton Rickard, der zunächst in 1:00,19 Minuten zwar knapp an der Minuten-Grenze über 100 Meter scheiterte, dann jedoch als erster im Jahr 2010 über die kurze Brustdistanz unter 28 Sekunden blieb und dies in 27,40 sogar deutlich. Die 200 Brust entschied er letztlich ebenfalls für sich und durchbrach als erster der Nach-Hightech-Ära in 2:09,31 die Marke von 2:10 Minuten.
Das Niveau der Zeiten war insgesamt etwa auf dem der Vor-Hightech-Ära. Die Australier haben damit die Richtung vorgegeben, wo es im Jahr 2010 hingehen kann. Die Weltrekorde der vergangenen beiden Jahre liegen zwar noch in weiter Ferne, doch die Bestmarken der Zeit davor sind in Reichweite. Schwimmer wie Rickard oder Seebohm verkraften den Wegfall der Wunderanzüge besser als manch andere, sind nun im Vorteil denen gegenüber, die sich in den vergangenen beiden Jahren mehr auf ihr Matrial verlassen haben.
Die nächste Nation, die mit Spitzenzeiten aufwarten könnte, dürfte Großbritannien sein. Die Briten haben vom 29. März bis 3. April ihre nationalen Meisterschaften und Qualifikationswettkämpfe für die Commonwealth Games.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Erstellt am Sonntag, März 21st, 2010 um 12:28 in den Kategorien Allgemein, Welt. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.

8 Kommentare zu “Schwimmjahr 2010: Australier legen vor”

  1. [...] Kommentare Schwimmjahr 2010: Australier legen vor | swimsportnews – Täglich die neusten Nachrichten rund um de… bei Sprintstar Eamon Sullivan nicht fitSchwimmjahr 2010: Australier legen vor | [...]

    #243
  2. [...] allesamt über Rückenstrecken. Auf der Langbahn wären da die Bestmarken von Emily Seebohm bei den australischen Trials über 50 Meter (0:27,95) und zwei mal über 100 Meter Rücken (0:59,21). Hinzu kommt die Zeit von [...]

    #258
  3. [...] Sekunden auf Platz zwei und drei der aktuellen Weltrangliste gesetzt. Zusammen mit den Australiern Rickard und Sprenger sind sie bisher die einzigen, die in diesem Jahr unter 28 Sekunden blieben. [...]

    #265
  4. [...] Jahr. Rebecca Adlington schwamm über die 400 Freistil in 4:05,50 Minuten genauso schnell wie die Australierin Bronte Barratt und teilt sich mit ihr nun Rang eins der Weltjahresbestenliste. Zuvor hatte Adlington in 8:21,95 [...]

    #331
  5. [...] Seebohm gehalten, die in 27,95 Sekunden als erste Frau in einen “herkömmlichen” Anzug unter der 28-Sekunden-Marke geblieben war. Die 23-jährige Chang Gao hatte bereits bei den “Japan Open” auf der [...]

    #426
  6. [...] China, deren Schwimmer je fünf mal an der Spitze der Ranglisten liegen. Dicht dahinter folgen die Australier mit vier Topplatzierungen. Ansonsten zeigt sich ein nicht allzu erstaunliches Bild: Bei den [...]

    #435
  7. [...] gegen sich. Mit von der Partie sind Roland Schoeman aus Südafrika, Fred Bousquet aus Frankreich, Comeback-Schwimmer Goeff Huegill aus Australien und sein Teamkollege Andrew Lauterstein um nur einige Namen zu nennen. Auch auf den [...]

    #490
  8. [...] Durch Australien scheint eine wahre Comeback-Welle zu rollen: Nach Ian Thorpe, Goeff Huegill und Libby Trickett verkündigte mit Michael Klim ein weiterer Olympionik aus Downunder seine [...]

    #836

Hinterlasse einen "normalen" Kommentar

Werbung für Ihren Wettkampf auf swimsportnews?

Einfach eine eMail an anzeigen@swimsportnews.de schicken und Angebot anfordern!

Anzeige