JEM-Fazit: DSV-Junioren erfüllen ihr Soll

By SeSc

(19.07.2010) Insgesamt 14 mal Edelmetall gab es für das deutsche Team bei den Junioren-Europameisterschaften in Helsinki. Die Zielvorgabe wurde damit erfüllt, Platz zwei im Medaillenspiegel verteidigt. Allein Silke Lippok holte fünfmal Gold und zweimal Silber. Doch es gab nicht nur Grund zum Jubeln. (Eine Übersicht der Leistungen aller DSV-Schwimmer finden Sie unten.)

„In diesem Jahr sind die Frauen das starke Geschlecht in meiner Mannschaft und haben ein größeres Medaillenpotential als die Männer”, erklärte Junioren-Bundestrainer Achim Jedamsky bereits vor den Titelkämpfen und in der Tat sorgten vor allem die Damen des DSV-Teams für die Höhepunkte in Helsinki. Allen voran Silke Lippok, die über die 100 und 200 Meter Freistil Gold sowie über die 50 Schmetterling und Freistil Silber holen konnte. Außerdem gewann sie gleich drei Titel mit den DSV-Staffeln. Die deutschen Damen waren in Helsinki im Team nicht zu schlagen, alle drei Staffeln schwammen auf Platz eins. Die 4×200 Freistilstaffel stellte dabei in 8:06,78 Minuten eine neue JEM-Rekordmarke auf. Hinzu kommen die Silbermedaille von Lina Rathsack über die 50 Brust sowie Bronze für Juliane Reinhold über die 200 Meter Lagen. Damit gingen neun der 14 DSV-Medaillen in Helsinki auf das Konto der Frauen, die somit den Hauptanteil daran hatten, dass die Zielvorgabe von 12 bis 15 mal Edelmetall eingehalten werden konnte.

Vom Lehn mit zwei Podestplätzen

Bei den Männern konnte lediglich die 4×100 Meter Lagenstaffel Edelmetall holen, das Team kam auf Rang drei. Die Freistilstaffeln schwammen in den Finals hinterher. Angesichts der Konkurrenz wurde dies zwar im Grunde schon erwartet, doch einige der Athleten blieben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Doch auch bei den Männern gab es Glanzpunkte: Christian vom Lehn verteidigte seinen Titel über die 200 Meter Brust und holte Bronze über die halbe Distanz. Zudem sorgten die Rückenschwimmer des DSV für Jubel.

Christian Diener mit Alterklassenrekord zu Gold

Über die 50 Meter Rücken waren im Vorlauf gleich vier DSV-Athleten unter den besten sechs. Da sich nur zwei für die weiteren Runden qualifizieren konnten, hatten Karl-Richard Hennebach und Max Claussen das Nachsehen. Im Finale dann wuchs Christian Diener mit einer Zeit von 26,03 Sekunde über sich hinaus. Der Cottbusser holte damit nicht nur Gold sondern sorgte sogar für einen neuen Deutschen Altersklassenrekord. Zuvor war er über die 100 und 200 Rücken bereits kapp am Podium vorbeigeschwommen. Philipp Wolf kam über die 50 Rücken zudem auf Rang drei und schrammte nur knapp am DSV-Doppelsieg vorbei.

Nur 18 mal schneller als in Berlin

Wolf und Diener zählten außerdem auch zu den Schwimmern, die ihre Zeiten von den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften bestätigen bzw. sogar verbessern konnten. Vergleicht man die Leistungen von Berlin und Helsinki, fällt auf, dass die Schwimmer auf den meisten Strecken nicht an die Zeiten des Qualifikationswettkampfes herankamen, ohne jetzt auf einzelne Athleten eingehen zu wollen. Nur 18 mal waren Schwimmer schneller als bei der DJaM* – bei mehr als 90 Einzelstarts keine herausragende Quote (Übersicht siehe unten). Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, bei den einen war alles bereits auf die DJaM ausgerichtet, die anderen mögen mit den Bedingungen Probleme gehabt haben und manchmal lief auch einfach die Vorbereitung nicht wie geplant. Bei knapp jedem dritten Einzelstart gelang der Finaleinzug.

“Saisonverlängerer” sorgen für die Medaillen

Es fällt jedoch auf, dass für die positiven Schlagzeilen genau jene Athleten sorgten, für die in diesem Jahr noch ein weiterer Saisonhöhepunkt auf dem Plan steht. Während Kevin Leithold, Melvin Herrmann, Christian Diener, Juliane Reinhold, Lina Rathsack und Christian vom Lehn noch zu den Olympischen Jugendspiele nach Singapur reisen, wird Silke Lippok bei den Europameisterschaften in Budapest an den Start gehen. Bis auf Leithold und Herrmann gelang es all diesen Athleten schneller zu sein als in Berlin, allen voran Juliane Reinhold, die ihre Leistungen allein dreimal toppte und dabei eine Bronzemedaille holte. Insgesamt gewannen die genannten Athleten neun der zehn Einzelmedaillen. Es ist im Grunde logisch, dass sie die Spitze des deutschen Teams bilden, sonst wären sie nicht für die weiteren Höhepunkte vorgesehen. Doch es bleibt der Eindruck, dass bei einigen der restlichen Athleten nach der geschafften Qualifikation für die JEM die Spannung etwas heraus war.

Agnel schwimmt an die Spitze der Europarangliste

Aus internationaler Sicht waren die meisten Blicke auf Yannick Agnel gerichtet. Erwartungsgemäß holte er sich mit seinen Siegen über die 100, 200 und 400 Freistil den Titelhattrick. Mit seinen Leistungen stellte der 18-jährige Franzose erneut unter Beweis, dass er in Budapest zu den Medaillenfavoriten gehören wird. Seine Zeit von 3:46,26 Minuten über die 400 Freistil lässt ihn auf Platz drei der Weltrangliste klettern. Damit ist er bisher der schnellste Europäer über diese Distanz. Über die 200 Meter Schmetterling gewann der Ungar Bence Biczo (Jahrgang 1993) in einer hervorragenden Zeit von 1:55,82. Damit ist er nur 12 Hundertstel langsamer als Michael Phelps in diesem Jahr und liegt auf Platz zwei der Europarangliste.

Hier nun die Übersicht der Einzel-Leistungen der DSV-Schwimmer im Vergleich zu den Zeiten der DJaM in Berlin:

Schwimmer Platzierung Zeit Helsinki Zeit DJaM
Frauen:
Laura Simon
50 Brust 9. Finale 00:33,24 00:32,85
100 Brust 24. Vorlauf 01:14,62 01:11,10
Alexandra Wenk
400 Lagen 15. Vorlauf 05:00,85 04:54,38
50 Rücken 15. Halbfinale 00:30,02 00:29,77
100 Schmetterling 18. Vorlauf 01:03,37 01:01,33
100 Rücken 12. Halbfinale 01:04,29 01:03,53
200 Lagen 12. Vorlauf 02:21,86 02:19,78
Franziska Wohlert
400 Lagen 22. Vorlauf 05:06,60 04:56,95
200 Rücken 25. Vorlauf 02:21,27 02:17,00
50 Rücken 32. Vorlauf 00:30,98 -
100 Rücken 26. Vorlauf 01:05,81 01:05,17
Lina Rathsack
50 Brust 2. Finale 00:32,37 00:32,15
200 Brust 13. Halbfinale 02:35,85 02:32,44
200 Freistil 39. Vorlauf 02:08,58 02:04,11
50 Freistil 13. Halbfinale 00:26,71 00:27,17
100 Brust 25. Vorlauf 01:14,91 01:10,45
Tina Rüger
200 Schmetterling 6. Finale 02:16,39 02:17,25
Paula Beyer
200 Schmetterling 7. Finale 02:17,30 02:16,38
200 Rücken 9. Finale 02:19,70 02:16,09
100 Schmetterling 12. Halbfinale 01:02,76 01:02,04
200 Lagen 22. Vorlauf 02:23,48 02:21,06
Silke Lippok
100 Freistil 1. Finale 00:55,31 00:54,99
200 Freistil 1. Finale 02:00,11 01:58,78
50 Freistil 2. Finale 00:25,71 00:26,93
50 Schmetterling 2. Finale 00:27,47 00:27,88
Teresa Baerens
100 Freistil 10. Finale 00:57,75 00:57,34
200 Lagen 7. Finale 02:20,02 02:19,37
Juliane Reinhold
100 Freistil 15. Vorlauf 00:57,98 00:56,31
100 Schmetterling 4. Halbfinale 01:01,62 01:01,63
400 Lagen 5. Finale 04:48,77 04:52,37
200 Lagen 3. Finale 02:15,16 02:16,82
50 Schmetterling 17. Vorlauf 00:28,75 00:28,43
Johanna Friedrich
100 Freistil 43. Vorlauf 00:59,23 00:57,01
400 Freistil 7. Finale 04:16,95 04:17,08
200 Freistil 5. Finale 02:03,25 02:02,38
50 Freistil 51. Vorlauf 00:28,54 00:27,07
50 Schmetterling 23. Vorlauf 00:28,94 00:28,41
Eileen Diener
200 Rücken 16. Halbfinale 02:19,09 02:16,87
50 Rücken 28. Vorlauf 00:30,81 00:30,11
100 Rücken 28. Vorlauf 01:06,35 01:04,59
Sarah Köhler
1500 Freistil 5. Finale 16:59,57 17:01,65
400 Freistil 16. Vorlauf 04:23,05 04:20,78
800 Freistil 9. Finale 08:54,20 08:52,98
Elisa Thimm
1500 Freistil 6. Finale 17:04,90 16:39,72
400 Freistil 16. Vorlauf 04:23,05 04:15,95
800 Freistil 5. Finale 08:47,13 08:46,99
Tina Nitzsche
100 Schmetterling 25. Vorlauf 01:04,31 01:03,16
50 Freistil 26. Vorlauf 00:27,23 00:26,49
50 Schmetterling 24. Vorlauf 00:28,95 00:28,18
Männer:
Melvin Herrmann
50 Schmetterling Vorlauf 12. 00:25,35 00:25,18
200 Schmetterling 15. Halbfinale 02:04,06 02:02,85
100 Schmetterling 12. Halbfinale 00:55,19 00:55,15
Philipp Wolf
100 Freistil 13. Halbfinale 00:51,40 00:51,32
50 Rücken 3. Finale 00:26,26 00:26,73
50 Freistil 10. Finale 00:23,79 00:23,50
Max Mral
100 Freistil 26. Vorlauf 00:52,14 00:51,28
200 Freistil 39. Vorlauf 01:56,61 01:52,48
50 Freistil 24. Vorlauf 00:24,09 00:24,41
Paul Wudtke
200 Lagen 14. Halbfinale 02:07,23 02:05,76
400 Lagen 9. Finale 04:28,23 04:24,38
Maximilian Krüger
200 Lagen 23. Vorlauf 02:08,05 -
400 Lagen 20. Vorlauf 04:32,68 04:28,10
Robert Bigelmann
200 Lagen 25. Vorlauf 02:08,25 02:06,15
400 Lagen 21. Vorlauf 04:32,88 04:40,01
Max Claussen
200 Rücken 15. Halbfinale 02:06,19 02:04,05
50 Rücken 6. Vorlauf 00:26,72 00:26,68
Kevin Leithold
50 Schmetterling 5. Finale 00:25,07 00:24,90
100 Freistil 7. Finale 00:51,08 00:50,60
200 Freistil 52. Vorlauf 02:00,79 01:53,40
50 Freistil 17. Vorlauf 00:23,95 00:23,72
Karl-Richard Hennebach
50 Schmetterling 7. Finale 00:25,19 00:25,06
100 Rücken 41. Vorlauf 00:59,26 00:57,83
50 Rücken 4. Vorlauf 00:26,66 00:26,76
50 Freistil 20. Halbfinale 00:24,01 00:23,82
Bastian Vollmer
50 Schmetterling 26. Vorlauf 00:25,77 00:25,34
200 Schmetterling 20. Halbfinale 02:06,74 02:03,37
50 Brust 13. Halbfinale 00:29,39 00:28,87
100 Brust 35. Vorlauf 01:06,31 01:03,99
Florian Angert
400 Freistil 22. Vorlauf 04:01,65 04:03,08
100 Freistil 37. Vorlauf 00:52,52 00:52,23
200 Freistil 12. Halbfinale 01:52,89 01:52,73
Tobias Horn
400 Freistil 41. Vorlauf 04:11,05 03:59,14
200 Freistil 29. Vorlauf 01:54,70 01:52,58
Christian Diener
100 Rücken 4.Finale 00:56,59 00:56,40
200 Rücken 4. Finale 02:01,67 02:03,56
50 Rücken 1. Finale 00:26,03 00:26,65
Lukas Nattmann
100 Rücken Vorlauf 47. 00:59,94 00:58,39
200 Schmetterling 20. Vorlauf 02:05,36 02:02,75
100 Schmetterling 28.Vorlauf 00:56,38 00:55,20
Christian vom Lehn
200 Brust 1. Finale 02:12,93 02:13,38
50 Brust 22. Vorlauf 00:29,82 00:28,84
100 Brust 3. Finale 01:02,56 01:01,85
Eric Wald
200 Brust 4. Finale 02:14,40 02:15,60
50 Brust 17. Halbfinale 00:29,62 00:29,27
100 Brust 16. Halbfinale 01:04,37 01:03,86

* Herangezogen wurden die jeweils schnellste Zeit der DJaM in Berlin im Vergleich zur Zeit der weitesten Runde in die der Athlet in Helsinki gekommen ist. (Sprich bei Halbfinalqualifikation wurde Vorlaufzeit nicht berücksichtigt usw.)

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Erstellt am Montag, Juli 19th, 2010 um 17:14 in den Kategorien Allgemein, Deutschland, Welt. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.

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