EM-Tag 7: Wechselfieber zum Abschluss

By SeSc

(15.08.2010) Lediglich eine Medaille gab es am letzten Tag des Schwimm-EM in Budapest für die DSV-Schwimmer. Und diese mit Glück: Die deutschen Lagenfrauen profitierten von einem Wechselfehler der an Eins liegenden Russinnen. Die DSV-Schwimmer beenden die EM damit auf Rang sechs des Medaillenspiegels mit insgesamt neunmal Edelmetall.

Glück hatten sie, die Lagenfrauen des DSV. Eigentlich auf Platz vier ins Ziel kommend profitierten sie von der Disqualifikation des zunächst auf dem Goldrang liegenden russischen Teams und konnten sich so über Bronze und die einzige Medaille der DSV-Schwimmer am heutigen Tage freuen. Der Sieg ging an die Staffel aus Großbritannien vor den Schwedinnen. Jenny Mensing hatte als Startschwimmerin als Zweite gewechselt, Caroline Ruhnau hielt auf der Bruststrecke ebenso wie Daniela Samulski über Schmetterling Kontakt zu den Medaillenplätzen. Als Schlusschwimmerin konnte Youngster Silke Lippok mit der zweitschnellsten Kraulzeit aller Finalschwimmerinnen zwar noch einen Platz gut machen, doch die Schwedinnen waren zu weit weg, am Ende reichte es zunächst nur zu Rang vier. Doch dann das Warten auf das offizielle Ergebnis: Yuliya Efimova, vorher noch mit Gold über die 50 Brust dekoriert, war zu früh gestartet – Russland disqualifiziert, das DSV-Team damit auf Rang drei. “Man braucht auch etwas Glück. Wir haben etwas riskiert, da wir die Staffelaufstellung gegenüber dem Vorlauf geändert haben und wurden durch die Disqualifikation der Russinnen letztlich dafür belohnt”, resümierte Daniela Samulski.

Im anschließenden Lagenrennen der Männer war es dann die deutsche Staffel, die zu viel riskierte. Beim letzten Wechsel von Steffen auf Markus Deibler wollten die beiden Brüder wohl zu viel. Doch eine Medaille hätte es ohnehin nicht gegeben für das Quartett. In 3:35,38 Minuten hatte man zunächst auf dem vierten Platz gelegen, bevor das offizielle Ergebnis kam. Den Sieg holten sich in 3:31,32 Minuten die Männer aus Frankreich vor dem Team aus Russland und den Niederländern.

In der ersten Entscheidung des Abschluss-Tages hatte sich Dorothea Brandt zuvor über die 50 Meter Freistil in 24,71 Sekunden mit Blech zufrieden geben müssen. Hinter der Siegerin aus Schweden, Therese Alshammar (24,45), der Niederländerin Hinkelien Schreuder und Francesca Halsall aus Großbritannien kam sie auf den vierten Rang. Alshammar, die in diesem Monat 33 Jahre alt wird, denkt dabei nicht im Ansatz ans aufhören: “Warum soll ich mich zur Ruhe setzen, wenn es doch so gut läuft. Mein Ziel sind die Olympischen Spiele 2012.”

Bei den Herren kam über diese Strecke Steffen Deibler im Finale in 22,24 Sekunden auf den sechsten Rang. Der Sieg ging in 21,49 Sekunden an Top-Favorit Fred Bousquet aus Frankreich vor dem Schweden Stefan Nystrand und Bousquets Landsmann Fabien Gilot.

Über die 50 Meter Brust kam Caroline Ruhnau in 31,84 Sekunden auf den sechsten Rang. Hier konnte sich die Top-Favoritin Yuliya Efimova aus Russland in 30,29 Sekunden vor der Britin Kate Haywood und Jennie Johansson aus Schweden durchsetzen. Die Russin stellte damit nicht nur eine neue Weltjahresbestzeit auf, sondern knackte auch den Textil-Weltrekord der Australierin Jade Edminstone (30,31).

Franziska Hentke schwamm über die 200 Meter Schmetterling in 2:09,01 Minuten ebenfalls auf den sechsten Platz. Das Publikum konnte hier einen ungarischen Doppelsieg feiern. Zsuzsanna Jakabos setzte sich in 2:06,71 Minuten vor Katinka Hosszu durch. Bronze ging an die Britin Ellen Gandy.

Die ungarische Jubelfeier setzte sich im Finale über die 400 Meter Lagen fort. Laszlo Cseh, Ungarns Hoffnung für Olympia 2012, gewann hier in vor seinem Landsmann David Verraszto. Die Bronzemedaille holte sich der Israeli Gal Nevo. Yannick Lebherz, der lange Zeit auf einem der Podestplätze lag, kam in persönlicher Saisonbestleistung von 4:15,72 Minuten auf den fünften Platz.

Im einzigen Finale des Tages ohne DSV-Beteiligung konnte sich Rebecca Adlington aus Großbritannien in 4:04,55 Minuten den Titel holen. Silber ging an Etienne Ophelie-Cyrielle aus Frankreich . Lotte Friis kam auf den dritten Rang und holte sich damit ihr drittes Edelmetall dieser Titelkämpfe. Die Weltrekordhalterin über diese Strecke, Italiens Schwimm-Star Federica Pellegrini, hatte auf ihren Start bereits in den Vorläufen verzichtet.

Im Medaillenspiegel der Beckenwettbewerbe kommen die DSV-Schwimmer damit auf den sechsten Rang. Mit neunmal Edelmetall verfehlte man dabei die Zielvorgabe von elf Medaillen, die jedoch vor der Absage von Britta Steffen ausgegeben wurde. Das beste Team kam mit acht Siegen und 21 mal Edelmetall aus Frankreich, vor Russland und den Briten, die die EM eigentlich nur als Zwischenstation für die in diesem Jahr anstehenden Commonwealth Games sehen.

Der endgültige Medaillenspiegel nach 40 Entscheidungen:



Gold Silber Bronze Ges.
1 Frankreich 8 7 6 21
2 Russland 7 4 1 12
3 Großbritannien 6 6 6 18
4 Ungarn 6 4 3 13
5 Schweden 3 2 5 10
6 Deutschland 2 5 2 9
7 Dänemark 2 2 2 6
8 Italien 2 1 3 6
9 Norwegen 1 2 0 3
10 Weißrussland 1 1 0 2
11 Spanien 1 0 3 4
12 Polen 1 0 1 2
13 Niederlande 0 2 4 6
14 Österreich 0 2 0 2
15 Irland 0 1 0 1
16 Rumänien 0 1 0 1
17 Israel 0 0 2 2
18 Faröer 0 0 1 1

Griechenland 0 0 1 1

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Erstellt am Sonntag, August 15th, 2010 um 15:53 in den Kategorien Allgemein, Deutschland, Welt. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.

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