EM-Tag 6: Silberner Tag fürs DSV-Team

By SeSc

(14.08.2010) Am vorletzten Tag der Schwimm-EM 2010 konnte sich das DSV-Team über drei Silbermedaillen freuen. Zunächst holte sich Junioren-Europameisterin Silke Lippok  über die 200 Freistil in ihrem ersten Einzelfinale bei einem internationalen Großereignis die Silbermedaille. Daniela Samulski zog über die 50 Rücken nach. Am Ende des Abschnitts konnten dann auch die Herren über die 4×200 Freistil glänzen, Paul Biedermann holte sich als Startschwimmer die Weltjahresbestzeit von Michael Phelps zurück.

Youngster Silke Lippok hat sich in ihrem ersten Einzelfinale bei einer großen internationalen Meisterschaft direkt die Silbermedaille geholt. In einer hervorragenden Zeit von 1:56,98 Minuten musste sie sich über die 200 Freistil lediglich der Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Weltrekordlerin Federica Pellegrini geschlagen geben, die zudem in 1:55,45 Minuten neue Weltjahresbestzeit schwamm und damit auch den Textil-Weltrekord der Französin Laure Manaudou knackte. Dementsprechend groß war die Freude bei Silke Lippok. ”Ich bin vollkommen außer mir vor Freude. Ich bin sehr schnell angegangen, das hab ich auf den letzten 25 Metern deutlich gemerkt, doch es ist unglaublich eine Medaille zu haben.” Erst auf den letzten 50 Metern konnte die italienische Schwimm-Diva an der 16-Jährigen DSV-Hoffnung vorbeigehen und zollte ihr nach dem Rennen ihren Respekt: “Ohne Silke hätte ich meine Weltjahresbestzeit sicher nicht schwimmen können.” Bronze holte die Ungarin Agnes Mutina, die von der Leistung der Junioren-Europameisterin sichtlich erstaunt war: “Ich hab gewartet, dass die Deutsche endlich langsamer wird, doch sie wurde es einfach nicht.”

Daniela Samulski sorgte im Finale über die 50 Meter Rücken für die zweite Medaille der DSV-Schwimmer am heutigen Tage. Sie musste sich in 27,99 Sekunden lediglich der Weißrussin Allaksandra Herasimenia geschlagen geben, die in 27,64 Sekunden neuen Textil-Weltrekord schwamm. “Ich wollte unter 28 schwimmen und das habe ich geschafft. Ich bin glücklich über meine Leistung und die Silbermedaille,” so die Essnerin. Bronze ging an Mercedes Peris Minguet aus Spanien.

Den silbernen Abschluss machten dann angeführt vom frisch gekrönten Europameister Paul Biedermann  die DSV-Herren über die 4×200 Freistil. In 7:08,13 musste man sich lediglich dem Team aus Russland (7:06,71) geschlagen geben. Als Startschwimmer hatte sich Biedermann in 1:45,47 Minuten zunächst die Weltjahresbestzeit von Michael Phelps zurückgeholt. Tim Wallburger und Robin Backhaus hielten den Kontakt zum führenden Team aus Russland und sorgten für Abstand zu den Teams aus Frankreich und Großbritannien. Clemens Rapp brachte dann mit einer hervorragenden Zwischenzeit von 1:46,83 Minuten die dritte Silbermedaille der DSV-Schwimmer am heutigen Tage nach Hause. Den dritten Platz machten die Männer aus Frankreich. “Die Drei nach mir haben sich wirklich selbst übertroffen. Wir hätten es heute nicht besser machen können. Außerdem habe ich mein Ziel, die Weltjahresbestzeit von Michael Phelps zurückzuholen, geschafft”, freute sich Paul Biedermann nach dem Finale. 

Zum Auftakt des vorletzten Finalabschnitts war Isabell Härle über die 1500 Meter Freistil in 16:24,45 Minuten auf Platz acht gelandet. Der Sieg ging in neuer Weltjahresbestzeit von 15:59,13 an die Dänin Lotte Friis , die auch schon die 800 Meter für sich entschieden hatte und diese noch immer spürte: “Ich war eigentlich noch ziemlich fertig von den 800″, erklärte sie nach dem Rennen. Silber holte die Irin Grainne Murphy. Erica Garcia Villaecija aus Spanien gewann sich Bronze. Alle drei Medaillengewinnerinnen hatten sich früh abgesetzt und letztlich über zwölf Sekunden Vorsprung zur Vierten.

Yannick Lebherz kam im Finale über die 200 Rücken in 1:58,87 Minuten auf Rang sieben. Der Sieg ging hier an den Russen Stanislav Donets vor Markus Rogan aus Österreich und dem Franzosen Benjamin Stasiulis.

Für einen weiteren Sieg des italienischen Teams sorgte Fabio Scozzoli, der die 50 Meter Brust in 27,38 Sekunden vor dem Rumänen Dragos Agache und Lennart Stekelenburg aus den Niederlanden für sich entschied.

Die 100 Meter Schmetterling entschied Evgeny Korotyshkin in 51,73 Sekunden für sich. Silber ging an Joeri Verlinden aus den Niederlanden, Bronze holte der Pole Konrad Czerniak.

Im Halbfinale über die 50 Meter Freistil schwamm Dorothea Brandt in starken 24,64 Sekunden als zweitschnellste in den Endlauf. Nur die Schwedin Therese Alshammar war hier besser.

Über die 50 Meter Brust kam Caroline Ruhnau in 31,63 Sekunden als Sechste in den Endlauf. Schnellste war hier die Russin Yulia Efimova in Weltjahresbestzeit von 30,32 Sekunden.

Steffen Deibler musste über die 50 Meter Freistil ins Ausschwimmen um den Endlauf und setzte sich dort mit einer Zeit von 21,99 Sekunden durch. In den Semifinals war er in 22,27 Sekunden zeitgleich mit dem Ungarn Krisztian Takacs Achter. Schnellster war hier Fred Bousquet in einer fast schon unglaublichen Weltjahresbesteit von 21,36 Sekunden. Nie war ein Schwimmer in “herkömmlichen” Materialien ohne Hightech-Anzug schneller gewesen.

Franziska Hentke schwamm sich über die 200 Schmetterling in 2:08,95 Minuten als Fünfte in den morgigen Endlauf.

Im Medaillenspiegel konnte sich das Team aus Russland auf Platz zwei schieben. Das DSV-Team rangiert weiter an fünfter Stelle und hat nun achtmal Edelmetall auf dem Konto.

Der aktuelle Medaillenspiegel nach 32 Entscheidungen: 

 



Gold Silber Bronze Ges.
1 Frankreich 6 6 5 17
2 Russland 6 3 1 10
3 Großbritannien 4 5 4 13
4 Ungarn 4 2 3 9
5 Deutschland 2 5 1 8
6 Dänemark 2 2 1 5
7 Italien 2 1 3 6
8 Schweden 2 0 4 6
9 Norwegen 1 2 0 3
10 Weißrussland 1 1 0 2
11 Spanien 1 0 3 4
12 Polen 1 0 1 2
13 Österreich 0 2 0 2
14 Niederlande 0 1 3 4
15 Irland 0 1 0 1
16 Rumänien 0 1 0 1
17 Faröer 0 0 1 1

Griechenland 0 0 1 1

Israel 0 0 1 1

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