Auftakt zur Rekordjagd auf der Kurzbahn
(09.09.2010) Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, sieben Weltcup-Stationen und als Höhepunkt die Weltmeisterschaften in Dubai: Die Kurzbahn-Saison in diesem Jahr hat es in sich. Den Auftakt machen die Schwimmer auf der 25m-Bahn bereits am kommenden Wochenende beim Weltcup unter brasilianischer Sonne in Rio de Janeiro. Der DSV schickt vier seiner Athleten an die Copacabana. (Unten finden Sie die Strecken der einzelnen DSV-Schwimmer in Rio.)
Für drei der DSV-Sportler wird die Saison besonders intensiv: Steffen Deibler, Jenny Mensing und Kerstin Vogel werden alle sieben Stationen des Kurzbahn-Weltcups bestreiten. Zum Auftakt werden sie von Marco Koch begleitet. Während Kerstin Vogel die EM verpasste und einen langen Sommer hatte, war die Pause für die anderen drei vergleichsweise kurz. Ungewöhnlich früh beginnt in diesem Jahr die Kurzbahn-Saison. Nur vier Wochen lagen zwischen Europameisterschaft und dem Weltcup-Auftakt. Ursprünglich war der Start der Wettkampfserie erst für den 10. Oktober geplant, doch Dubai musste als Veranstalter absagen. Der Kalender wurde dadurch noch einmal durcheinander gewirbelt. Nach dem Auftakt in Rio geht es einen Monat später auf die Asien-Tour nach Peking (12./13.Oktober), Singapur (16./17.Oktober) und Tokio (20./21. Oktober). Hier wird Dorothea Brandt zum Team stoßen und die restlichen sechs Stationen des Weltcups absolvieren.
Biedermann und Steffen beim Heimweltcup
Am 30. und 31. Oktober macht die Serie dann zum Auftakt der Europa-Tour in Berlin halt. Beim Heim-Weltcup werden acht Sportler unter der DSV-Flagge antreten. Die restlichen deutschen Athleten werden für ihre jeweiligen Heimatvereine schwimmen. Mit Spannung wird in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark der erste gemeinsam Wettkampfauftritt von Britta Steffen und Paul Biedermann seit der Bekanntgabe der Beziehung der beiden erwartet. Beim Weltcup in Berlin wurden 2009 allein 16 neue Weltrekorde an zwei Tagen aufgestellt. Nach dem Verbot der Hightech-Anzüge wird in diesem Jahr zwar nicht damit zu rechnen sein, doch die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Kurzbahn-Saison die ersten Bestmarken seit Jahresbeginn bringen wird.
Die Jagd nach den Hightech-Weltrekorden
Im vergangenen Jahr wurden zwar auch auf der 25m-Bahn nahezu alle Bestmarken geknackt. Der einzige Weltrekord aus der Ära vor 2008 steht bei den Männern über die 1500 Meter Freistil, gehalten von Grant Hackett. Doch 2009 hatten zahlreiche Topstars auf die Kurzbahn-Saison verzichtet. Andere wie Michael Phelps gaben nur einige Kurzauftritte bei vereinzelten Weltcups. In diesem Jahr steht jedoch die Weltmeisterschaft in Dubai als Höhepunkt auf dem Plan. Aus diesem Grund werden auch viele der Topstars aus Übersee die Kurzbahn-Saison in Angriff nehmen. Ob auch Phelps darunter sein wird, bleibt abzuwarten. Zwar hatte er zu Beginn des Jahres noch angekündigt an der WM in Dubai teilnehmen zu wollen, doch nach seinen durchwachsenen Leistungen im Sommer zweifeln zahlreiche Beobachter in den USA daran, dass er sich der weltweiten Konkurrenz auf der Kurzbahn stellen wird. Doch auch ohne Phelps sind einige der Hightech-Weltrekorde in Gefahr. Die Rückenschwimmer haben bereits auf der Langbahn bewiesen, dass die Bestmarken im Bereich des Machbaren liegen. Ähnlich sieht es auf den Lagenstrecken aus, denn Ryan Lochte hat angekündigt in Dubai an den Start gehen zu wollen.
Wer folgt auf van der Burgh und Hardy?
Jeder will der erste sein, der einen der Hightech-Weltrekorde in die Geschichtsbücher zurückschickt. Zum Auftakt der Rekordjagd werden in Brasilien zunächst nur wenige der internationalen Spitzenschwimmer antreten. Grund dafür ist die terminliche Nähe zu Europameisterschaften und den Pan Pacific Championships. Konkurrenz wird vor allem Steffen Deibler bekommen, der als amtierender Weltrekordhalter über die 50 Meter Schmetterling (21,80) in die Saison geht und somit zu den Gejagten zählt. Auch die Lokalmatadoren Cesar Cielo und Nicholas Santos sowie der Russe Nikolay Svortsov werden sich in Rio de Janeiro die Ehre geben. Über 500.000 Euro an Prämien werden bei der Weltcup-Serie verteilt. Den größten Batzen bekommen die beiden Gesamtsieger bei den Männern und Frauen. Im vergangenen Jahr konnten sich Cameron van der Burgh und Jessica Hardy über diesen Titel freuen.
Hier die Strecken der DSV-Athleten in Dubai:
Steffen Deibler: 100 Fr, 50S, 100S, 50Fr
Marco Koch: 50Br, 200Br, 100Br
Kerstin Vogel: 100Br, 50Fr 50Br
Jenny Mensing: 100 Rü, 50Rü, 200Rü*
* Jenny Mensing steht in den Vorab-Meldelisten über die 50,100 und 200 Meter Brust, es scheint sich um einen Übermittlungsfehler zu handeln (Breaststroke statt Backstroke…)
Die Kurzbahn-Saison 2010:
10.-12. September WC Rio de Janeiro (BRA)
12.-13. Oktober WC Peking (CHN)
16.-17. Oktober WC Singapur (SIN)
20.-21.Oktober WC Tokio (JPN)
30.-31. Oktober WC Berlin (GER)
2.-3. November WC Moskau (RUS)
6.-7. November WC Stockholm (SWE)
11.-14. November Kurzbahn-DM Wuppertal
25.-28. November Kurzbahn-Europameisterschaften Eindhoven (NED)
15.-19. Dezember FINA-Weltmeisterschaften Kurzbahn Dubai (VAE)



