DSV: Olympia-Quali auch bei EM 2012?
(22.10.2011) Laut unbestätigten Medienberichten könnten die DSV-Athleten im kommenden Jahr zwei Chancen bekommen, um sich für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren. Neben den wahrscheinlich Mitte Mai in Berlin stattfindenden Deutschen Meisterschaften könnten demnach auch die Europameisterschaften in Antwerpen vom 21. bis 27. Mai den deutschen Schwimmern die Möglichkeit bieten, sich das Ticket für London zu sichern – so zumindest die Pläne von DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow. In diesem Jahr hatte es nach dem durchwachsenen Abschneiden der DSV-Schwimmer bei der WM in Shanghai unter anderem Kritik am Qualifikationszeitpunkt und -modus gegeben.







Für die große Mehrheit deutscher Sportler(innen) ist die Teilnahme an Olympischen Spielen das Lebensziel, und dass ist auch gut so. Wenn es dann zu einem Finalplatz langt oder gar zu einer Medaille, ist das noch viel mehr Grund zur Freude für uns alle.
Aber die Qualifikationskriterien schon auf das Niveau “Endlaufchance” zu setzen, halte ich grundsätzlich für falsch. Das gilt auch für viele Sportarten nicht, vor allem im Wintersport.
Warum dann für das Schwimmen?
Die FINA setzt Normen für die Teilnahme und die sollte der DSV 1:1 übernehmen.
Warum glaubt man im deutschen Sport, dass nur die anderen Nationen für die “Vorlauftoten” zuständig sein sollten? Wer glauben wir denn zu sein?
Die Hochzeiten des deutschen Schwimmsports Ost und West sind leider schon längst vorbei. Nur aus einer großen Breite und mit leistungsstarken und hochmotivierten Athlet(innen) haben wir vielleicht in der Zukunft die Chance, im Schwimmen wieder etwas weiter nach vorn zu kommen. Deshalb sollten wir möglichst vielen die Chance geben, an Olympischen Spielen teilnehmen zu können. An der Finanzierung kann das ja wohl nicht scheitern!
Die sportliche Führung des DSV rechtfertigt es immer damit, dass der DOSB vorgibt, dass für Olympiateilnehmer berechtigte Finalchancen bestehen sollen.
Wie die Normen und Qualifikationsrichtlinien für Olympia letztlich aussehen könnten, steht wahrscheinlich mehr den je in den Sternen, wenn man die Schlagzeilen um Dirk Lange im Hinterkopf hat.
Bevor es hier eine endgültige Entscheidung gibt, dürfte es kaum Neuigkeiten in Sachen Olympia-Quali geben – und die Sportler und Trainer hängen weiter in der Luft…
Der DOSB misst schon seit vielen Jahren mit zweierlei Mass bei Winter- und Sommerspielen. Im Winter ist natürlich der Sponsorendruck viel höher, deshalb sind die Nominierungskriterien auch viel weicher. Das ärgert mich einfach. Das ist aber auch eine Sache der Medien und vielleicht auch mangelnder Öffentlichkeitsarbeit vieler Sportarten. Ich habe noch nie in den Fernsehnachrichten gehört, welch Schwimmer/-innen irgendwo im Vorlauf ausgeschieden ist. Beim Tennis wird z.B. ständig vom Ausscheiden von XY in der ersten oder zweiten Runde berichtet. Beim Ski gerade am Wochenende werden Plazierungen unter den ersten 10 gefeiert. Beim Schwimmen ist der 2. oder 3. Platz beim Weltcup schon nicht mehr erwähnenswert, wenn es sich nicht gerade um Britta Steffen handelt. Da haben wir noch viel zu tun, wenn wir nicht resignieren wollen.