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(22.03.2016) Nach dem Bekanntwerden der erneuten positiven Dopingtests der Russin Yuliya Efimova hat sich nun auch die Beschuldigte selbst zu Wort gemeldet. In einem im russischen Fernsehen veröffentlichten Video erklärt sie zwar, die bei ihr gefundene Substanz Meldonium zu sich genommen zu haben.

Nachdem das Mittel ab dem 1. Januar jedoch auf der Dopingliste stand, habe sie dieses nicht mehr konsumiert. "Ich lehne Dopingvorwürfe kategorisch ab", erklärt die Weltmeisterin, die bereits Ende 2013 für 16 Monate wegen Dopings gesperrt wurde.

Es stellt sich damit die Frage, ob Meldonium im Körper auch Wochen später noch nachgewiesen werden kann. Mittlerweile sind auch die Umstände klar, unter denen die positiven Dopingproben abgeliefert wurden.

Es handelte sich nicht wie ursprünglich berichtet um im Rahmen eines Wettkampfs durchgeführte Tests, sondern zwei unabhängig voneinander genommene Proben während des Trainings. Der erste Test erfolgte am 15. Februar im Auftrag des Schwimm-Weltverbandes FINA. Neun Tage später führte die US-Anti-Doping-Agentur ebenfalls einen Test durch. Beide Proben waren positiv auf Meldonium.

Efimova und ihr Agent bereiten sich nun darauf vor, nachzuweisen, dass die 23-Jährige keine Anti-Doping-Regularien gebrochen habe. Unter anderem warf sie dem russischen Schwimmverband vor, nicht früh genug über das Verbot von Meldonium informiert zu haben.

Daraufhin schaltete sich auch Vladimir Salnikov, der mächtige Präsident des russichen Schwimmverbandes, ein und erklärte, die Athleten hätten bereits im Oktober 2015 den Hinweis darauf erhalten, dass das Mittel demnächst auf der Liste der verbotenen Substanzen stehen wird.

Efimova droht als vermeintliche Wiederholungstäterin nun eine lebenslange Sperre. Derzeit ist sie vorsorglich von Wettkämpfen suspendiert. Damit dürfte es auch unwahrscheinlich sein, dass sie im April an den russischen Meisterschaften und der damit verbundenen Olympia-Qualifikation teilnehmen wird.

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