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(08.08.2015) Michael Phelps sendet am zweiten Tag der US National Championships eine eindrucksvolle Botschaft nach Kasan: In 1:52,94 Minuten schwimmt er eine Weltjahresbestzeit und ist schneller als Weltmeister Lazlo Cseh bei seinem WM-Sieg in Kasan in 1:53,48 Minuten.


Knapp ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio setzt Michael Phelps damit ein klares Statement, wie ernst ihm seine Rückkehr in den Schwimmsport ist. Phelps war im letzten Jahr beim Fahren unter Alkoholeinfluss erwischt worden und deswegen hatte er zusätzlich zu sechs Monaten Wettkampfsperre ein Startverbot bei den Weltmeisterschaften kassiert.

Der US-Schwimmverband hat damit natürlich ein ganz klares Zeichen gesetzt, dass Alkohol und andere Drogen auch beim besten Schwimmer aller Zeiten unter keinen Umständen geduldet werden – und dies auf die Gefahr hin, weniger Goldmedaillen bei den Welttitelkämpfen zu gewinnen und in den Staffeln geschwächt an den Start zu gehen.

Auch der Zweite  bei den „Phillips 66 National Championships“, die in San Antonio, Texas, USA stattfinden, Jack Conger,  schwamm in 1:54,54 Minuten eine ausgezeichnete Zeit: Dies ist die zweitschnellste Zeit eines US-Amerikaners seit 2009 – nur Phelps war schneller. Tom Shields, der in Kasan Achter im Finale wurde, schlug dort in 1:56,17 Minuten an.

Für die US-Ergebnisse bei der WM in Kasan war es sicher nicht optimal, die Qualifikation bereits ein Jahr zuvor vorzunehmen. Die WM-Tickets wurden schon bei den US-Meisterschaften 2014 vergeben. Für die Amerikaner ein ungewohnter Weg, denn ihre Trials finden normalerweise immer sehr kurz vor den Saisonhighlights wie z.B. den Olympischen Spielen statt. Andererseits wird  mit einer langfristigen Qualifikation den Athleten natürlich eine gewisse Sicherheit in finanzieller Hinsicht und im Zugriff auf Trainings- und Wettkampfressourcen gegeben.

Die weiteren Wettkämpfe bei den US-Nationals am Freitag:

Über die 100 m Rücken der Damen konnte Claire Adams mit 58,58 Sekunden überzeugen. Auch diese Zeit hätte für eine Finalteilnahme in Kasan gereicht – Missy Franklin wurde Fünfte in 59,40 Sekunden. Mit Georgia Davies blieb in 59,93 Sekunden eine Zweite Amerikanerin bei den nationalen Titelkämpfen unter der Eine-Minute-Marke. Erwähnenswert auch die Leistung von Kelsi Worrell, die gestern die 100 m Schmetterling in 57,27 Sekunden gewinnen konnte – über die 100 m Rücken wurde sie Vierte in 1:00,37 – sehr schnell für eine Delphinspezialistin.

Die 200 m Freistil konnte Olympiasiegerin Allison Schmitt in 1:56,91 Minuten für sich entscheiden. Auch ohne sie konnten die US-Damen in Kasan in der 4x200m-Freistilstaffel Gold gewinnen – für Schmitt eine solide Leistung, die ihren Aufwärtstrend bestätigt, nachdem sie in diesem Jahr mit dem Eingeständnis an die Öffentlichkeit ging, unter schweren Depressionen nach den Olympischen Spielen 2012 gelitten zu haben und es für sie ein langwieriger Prozess war, sich Spezialisten anzuvertrauen und über ihre Ängste und Probleme zu sprechen.

Bei den Männern war Michael Phelps über die 200 m Freistil nicht am Start – er konzentrierte sich voll auf die 200 m Schmetterling – sodass Maxime Rooney in 1:47,10 Minuten  gewinnen konnte – der Achte im Weltmeisterschaftsfinale schwamm eine 1:47,26 – auch hier ein Beweis, auf was für ein Potential an schnellen Schwimmern die USA zurück greifen können.

Nationaler Meister über die 100 m Rücken wurde Junya Koga (der allerdings die japanische Staatsbürgerschaft besitzt) in 53,20 Sekunden vor Nick Thoman in 53,23 Sekunden – beide Leistungen hätten in Kasan für eine Finalteilnahme gereicht.

Am dritten Tag der nationalen amerikanischen Langbahntitelkämpfe werden folgende Wettkämpfe geschwommen:

Frauen: 100 m Brust, 50 m Freistil, 400 m Lagen
Herren: 100 m Schmetterling, 50 m Freistil

Gemeldet sind u.a. die Weltranglistendritte über die 100 m Brust, Katie Meili und Michael Phelps über die 100 m Schmetterling.

 

 

 

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