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(26.08.2015) Bei der Schwimm-WM in Kasan überraschte US-Star Ryan Lochte mit einer ungewöhnlichen Wendentechnik. Bei der Kraulwende stieß er sich in Rückenlage ab und führte seine Delphinbeinschläge in dieser aus. Was bei den Freistilrennen kein Problem ist, stellt bei den Lagenstrecken allerdings einen Regelverstoß dar, wie die FINA nun wohl noch einmal klarstellte.


US-Star Ryan Lochte gilt seit langem als der König des Unterwasserschwimmens. Bei den Weltmeisterschaften in Kasan setzte er nun noch einen drauf: Bei seinen Freistilwenden stieß er sich in Rückenlage ab, da er in dieser die Delphinbeinbewegung besser ausführen kann. Erst kurz vor dem Auftauchen drehte er sich in die Bauchlage.

Dies ist bei den Wenden über die Freistilstrecken vollkommen in Ordnung. Doch Lochte wandt diese Technik bei den Weltmeisterschaften in Kasan auch bei seinen Rennen über die 200m Lagen an. Bei der Wende von Brust zu Freistil stieß er sich in Rückenlage ab. Was bereits damals für Diskussionen sorgte, wurde nun von der FINA klargestellt: Diese Technik ist nicht regelkonform.

Sehr deutlich kann man dies im Video des WM-Vorlaufs von Lochte sehen:

 

Die Regel sagt aus, dass die letzte Teilstrecke bei Lagendistanzen in Freistiltechnik zu absolvieren ist. In den Bestimmungen zum Freistilschwimmern wiederum findet sich die Formulierung, dass auf der Teilstrecke "[...] im Lagenschwimmen jede andere Schwimmart außer Brust - , Schmetterlings - oder Rückenschwimmen geschwommen werden darf."

Das Rückenschwimmen ist lediglich dadurch definiert, dass der Athlet sich auf dem Rücken liegend fortbewegt. Damit ist auch die Delphinbeinbewegung in Rückenlage als "Rückenschwimmen" zu sehen. Und dies ist auf der Freistilstrecke beim Lagenschwimmen nun einmal verboten. Diese Ansicht stellten die FINA-Offiziellen am Rande der Junioren-WM in Singapur klar mit dem Hinweis, dass diese "Lochte-Technik" ab sofort mit Disqualifikationen zu ahnden ist. Eine offizielle Interpretation des Verbandes soll in Kürze folgen.

Bei den Weltmeisterschaften in Kasan hat Ryan Lochte also Glück gehabt. Es wäre sicher äußerst bitter für ihn gewesen, wenn ihn eine Disqualifikation den WM-Titel über die 200m Lagen gekostet hätte. Dies war nämlich durchaus ein historischer Erfolg: Lochte gewann diese Strecke in Kasan zum vierten Mal hintereinander bei einer WM. Im kommenden Jahr geht es für ihn bei den Olympischen Spielen in Rio um Gold. Dann werden die Kampfrichter sicher ein waches Auge haben.

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