Heute ist es soweit: In Mailand und Cortina d'Ampezzo werden die Olympischen Winterspiele eröffnet! Auch für Schwimmfans lohnt sich ein genaueres Hinsehen – denn auch ein Ex-Schwimmer hat es dieses Mal zu den Winterspielen geschafft.
Im amerikanischen Olympiateam steht mit Carsten Vissering ein Bobfahrer im Aufgebot, der zuvor auf College-Ebene erfolgreich geschwommen war und langezeit im selben Verein wie Katie Ledecky trainierte. Auch wenn es Vissering als Schwimmer nicht zu Olympischen Spielen schaffte, zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass es einigen Athleten tatsächlich gelungen ist, sowohl bei Sommer- als auch Winterspielen an den Start zu gehen.
Besonders beeindruckend ist die Geschichte des Österreichers Karl Schäfer. Bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam sowie 1936 in Berlin trat der Brustsspezialist und siebenfache Österreichische Meister im Becken an. Parallel dazu schrieb Schäfer Wintersportgeschichte: Als Eiskunstläufer nahm er an den Winterspielen 1928, 1932 und 1936 teil. Dort dominierte er seine Disziplin auf der internationalen Bühne, wurde siebenmal Weltmeister und krönte seine Karriere 1932 mit Olympiagold.
Auch Martial Van Schelle aus Belgien gelang die doppelte Olympiateilnahme: Zwischen 1920 und 1928 startete er dreimal bei Olympischen Sommerspielen im Schwimmen. 1936 wechselte er die Bühne und trat bei den Winterspielen in Garmisch-Patenkirchen im Bobfahren an. Medaillen blieben ihm zwar verwehrt, doch allein die erfolgreiche Olympiaqualifikation in zwei so unterschiedlichen Sportarten macht ihn zu einer außergewöhnlichen Figur der olympischen Geschichte.
Diese eindrucksvollen Beispiele zeigen: Der Weg vom Wasser auf Eis und Schnee ist zwar selten, aber möglich. Gerade zum Auftakt der diesjährigen Winterspiele lohnt es sich, an jene Athleten zu erinnern, die sportliche Grenzen überwunden und olympische Vielseitigkeit auf ganz besondere Weise gelebt haben.