Schnelligkeit durch Abdruck: Mit dieser Vision arbeitet Matthias Schmitt seit einigen Jahren gezielt an der Optimierung des Startsprungs. Er hat schon vor Jahren erkannt, dass Schwimmrennen nicht nur im Wasser gewonnen werden.
Für schnellere und kraftvollere Startsprünge entwickelt der Tüftler aus dem Schwabenland mit seiner Firma 'Schmitzler-Startsysteme' innovative Trainings- und Wettkampftools. Bereits vor einigen Jahren haben wir ausführlich über Schmitt's Entwicklungen berichtet: Mithilfe eines Aufsatzes aus Stahl und Glasfaser können herkömmliche Startblöcke in World-Aquatics-konforme-Startsockel mit verstellbarer Abdruckfläche verwandelt werden – und das mit nur wenigen Handgriffen. Nun macht Schmitzler-Startsysteme mit einer neuartigen Startblocktechnik auf sich aufmerksam.
Reine Reaktionszeit statt Blockzeit
Die Neuheit trägt den Namen ReaktionsKraftsmessSystem (RKS). An dem System wird bereits seit gut sieben Jahren gearbeitet. Ausgangspunkt war die Unzufriedenheit mit der Blockzeitmessung, denn diese ignoriert die reine Reaktionszeit. "Das hat mich immer geärgert. Man muss auch die reine Reaktionszeit messen können, um Rückschlüsse auf bessere Startzeiten erzielen zu können“, sagt Schmitt. Nach der Entwicklung vieler Prototypen ist ihm und seinem Team schließlich der Durchbruch gelungen.
Wertvoller Nebeneffekt: Kraftmessung
Was ursprünglich "nur" die Reaktionszeit erfassen sollte, entwickelte sich in der Vision schnell weiter. Denn das RKS ermöglicht ebenso eine detaillierte Kraftmessung während der gesamten Startphase. Das System basiert erneut auf modular aufgebauten Startblock-Aufsätzen. Das eingespielte Startsignal aktiviert die Messung, in dessen Folge Reaktionszeit, Blockzeit und die Absprungkräfte gleichzeitig erfasst werden. Die Daten werden als Zeit-Kraft-Messkurve dargestellt und zeigen, welche horizontalen und vertikalen Kräfte beim Absprung wirken. Die Messwerte können in Echtzeit auf mobilen Datenträgern zur Auswertung eingesehen werden. Zur Orientierung: Eine gute Reaktionszeit beträgt etwa drei Zehntelsekunden. Die daraus gewonnene Erkenntnis zeigt, dass eine schnellere Startreaktion mit dem richtigen Training die Blockzeit verkürzen kann.

Fehlstartmessung erstmals möglich
Ein weiteres Novum: Die integrierte Intelligenzplattform des RKS erfasst schon leichte Kraftveränderungen auf dem Startblock vor dem offiziellen Startsignal. Somit ist erstmals eine objektive Fehlstartmessung in der Praxis möglich.
Das RKS ist primär als Trainingstool konzipiert. "Der Startsprung kommt im Training eigentlich immer ein bisschen zu kurz", erklärt Schmitt, der lange Zeit selbst als Trainer am Beckenrand stand. Er führt weiter aus: "Wenn ich Bestzeiten schwimmen will, egal auf welcher Strecke, ist der Start immer wichtig." Die bisherigen Auswertungen zeigen zudem, dass die Schwächen beim Startsprung oft weniger in der Reaktionszeit als in den Abdruckphasen liegen. In anderen Worten: Viele Schwimmer*innen springen zu hoch und belasten dabei oft nur den Vorderfuß. Das Kraftpotenzial des Hinterfußes wird nicht voll genutzt.
Positives Feedback aus der Praxis
Die Rückmeldungen zu Schmitt’s Startblock Innovation fallen durchweg positiv aus. Schwimmer*innen zeigen sich neugierig, wissbegierig und offen für die neuen Einblicke in ihren Start. Getestet wurde das System zunächst intensiv im Labor, zuletzt dann bei Wettkämpfen wie der DMS Bayrische Landesliga. Auch einige Vereine waren involviert und nutzten das RKS im Training zu Testzwecken.
Für Schmitzler-Startsysteme ist die Entwicklung des Tools damit noch nicht abgeschlossen. Geplant für die Zukunft ist unter anderem ein Videomodul für die exakte Bewegungsanalyse während der Startphase. Ein weiteres Ziel ist es, eine Zeitmessung zu implementieren, die die Durchgangszeit bei 15 Metern erfasst.
Als Resümee bleibt festzuhalten: Der Startsprung kann entscheidend im Schwimmsport sein. Innovationen wie das ReaktionsKraftmessSystem helfen, diesen oftmals nur schwer greifbaren Moment messbar, analysierbar und vor allem besser trainierbar zu machen.

Das RKS im Einsatz
Dank der modularen Bauweise kann das RKS mit der Track-Startplatte flexibel eingesetzt werden. Der nächste größere öffentliche Test unter der Leitung von Matthias Schmitt steht für das RKS bereits bevor: Vom 17. bis 19. April wird das System bei einem Wettkampf in Langen zwischen den Abschnitten zur Erprobung für die Aktiven zur Verfügung stehen. Das ReaktionsKraftmessSystem kann von Vereinen für individuelle Trainings-einheiten angefragt werden, auch Workshops sind geplant.
Alle wichtigen Informationen zum ReaktionsKraftsmessSystem sowie zur Kontaktaufnahme mit Matthias Schmitt gibt es hier: Schmitzler Starsysteme