Die sogenannten Enhanced Games stehen in der Schwimmwelt weiterhin in der Kritik. Nun rückt mit dem US-Schwimmer Hunter Armstrong ein prominenter Name in den Fokus: Der zweifache Staffel-Olympiasieger kündigte an, bei dem umstrittenen Wettbewerb antreten zu wollen – allerdings ohne leistungssteigernde Substanzen einzunehmen.
Armstrong wäre damit der erste bekannte Schwimmer, der bei den Enhanced Games im Mai ausdrücklich "sauber" starten möchte. In mehreren Interviews betonte der mehrfache Weltmeister, dass er keinerlei leistungssteigernde Mittel zu sich nehmen wolle. Vielmehr sehe er die Veranstaltung als eine entscheidende finanzielle Einnahmequelle – ohne seine sportliche Integrität aufs Spiel zu setzen.
Die Enhanced Games locken mit hohen Antritts-, Sieg- und möglichen Weltrekordprämien. Hunter Armstrong hatte zuletzt offen über die finanziellen Herausforderungen im Leistungssport gesprochen – und sogar über ein mögliches Karriereende nachgedacht. Nun soll ein "sauberer" Start bei den Enhanced Games Abhilfe schaffen und für Armstrong gleichzeitig die Chance auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 wahren. Doch genau hier liegt eine große Unsicherheit.
Der Weltverband World Aquatics hatte im Vorfeld erklärt, dass Athletinnen und Athleten bei einer Teilnahme an den Enhanced Games von eigenen Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Ob dies auch gilt, wenn jemand nachweislich ohne leistungssteigernde Substanzen startet, ist bislang unklar. In Gesprächen zwischen Hunter Armstrong und dem Weltverband habe es dazu keine klare Aussage gegeben – ein Risiko, das der ehemalige Weltrekordhalter über die 50m Rücken bereit ist einzugehen. Ob dieser Spagat zwischen den umstrittenen Enhanced Games und den Regularien von World Aquatics tatsächlich aufgeht, dürfte in den nächsten Wochen mit Spannung weiter verfolgt werden.
Bild: USA Swimming