01. April 2026

Absolute Weltspitze! Seit seinen vier WM-Titeln im vergangenen Sommer präsentiert sich Florian Wellbrock im Freiwasser weiterhin in bestechender Form und ist seit den Weltmeisterschaften in Singapur noch immer ungeschlagen. Erst am vergangenen Wochenende gewann er den Weltcup-Auftakt im ägyptischen Somabay sowohl über die 10 Kilometer als auch gemeinsam mit der deutschen Mixedstaffel. Doch auch im Becken hat Wellbrock weiterhin Ambitionen – der dicht gedrängte Wettkampfkalender zwang ihn nun jedoch zu einer schwierigen Entscheidung.

So überschneiden sich in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften mit dem nächsten Weltcup-Wochenende: Während in Berlin um die nationalen Meistertitel geschwommen wird, macht der Freiwasser-Weltcup am 24. und 25. April auf Ibiza Station. Wellbrock entschied sich bewusst für den Weltcup. In einem Interview mit dem Deutschen Schwimm-Verband erklärte der amtierende Deutsche Meister über die 1500m Freistil, dass sein Fokus in diesem Jahr auf der Weltcupserie liegt, die er im vollen Umfang bestreiten möchte. Diese ist zeitlich kompakter als in den Vorjahren und zudem finanziell attraktiv. Für den Sieg in der Gesamtwertung winken 50.000 US-Dollar – insgesamt werden die Top Ten mit Preisgeldern belohnt. Auch einzelne Weltcupsiege sind lukrativ: Für seinen Erfolg in Somabay erhielt Wellbrock eine Siegesprämie von 3.500 US-Dollar. 

Im Vergleich dazu könnten die Preisgelder bei den Europameisterschaften – deren genaue Höhe für dieses Jahr noch nicht veröffentlicht wurde – geringer ausfallen. Zudem gibt es dort keine vergleichbare Gesamtwertung, was den Weltcup zusätzlich aufwertet. Für die Freiwasser-Wettbewerbe bei der EM in Paris ist Florian Wellbrock bereits gesetzt. Im Becken muss er sich hingegen noch qualifizieren. Dafür ist es aber nicht zwingend notwendig, bei den Deutschen Meisterschaften zu starten: Im seit dieser Woche laufenden Qualifikationszeitraum können die Normzeiten auch bei anderen Wettkämpfen nachgewiesen werden – sofern auch eine Top 4 Platzierung in der nationalen Rangliste damit einhergeht. So plant Wellbrock in den kommenden Wochen Starts bei Wettkämpfen in Stockholm und Magdeburg, um diese Chance zu nutzen und sich für die EM-Tickets zu empfehlen. 

Die Freiwasser-Weltcupserie führt nach Somabay und Ibiza dann weiter nach Golfo Aranci in Italien am ersten Maiwochenende, bevor sie am 20. und 21. Juni im portugiesischen Setúbal ihren Abschluss findet. Langfristig denkt Florian Wellbrock ohnehin weiter: Sein übergeordnetes Ziel bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles - ob sowohl im Freiwasser als auch im Becken bleibt abzuwarten. 

 

Bild: Christian Gold