Die Para Swimming World Series machte am vergangenen Wochenende Station in Berlin und lockte zahlreiche nationale und internationale Schwimm-Asse in die Hauptstadt. Aus deutscher Sicht sorgten nicht nur mehrere Podestplätze, sondern auch mehrere Deutsche Rekorde sowie zahlreiche EM-Normerfüllungen für Aufsehen.
Besonders emotional war das Comeback von Elena Semechin. Nach ihrer Babypause überzeugte die Paralympics-Siegerin über die 100m Brust mit einer Zeit von 1:16,16 Minuten. Damit blieb Semechin nicht nur unter der Normzeit für die Europameisterschaften, sondern sammelte auch die meisten Punkte in ihrer Startklasse S12. Im Gesamtklassement belegte sie einen guten sechsten Platz. "Ich bin total happy mit der Zeit", sagte Elena Semechin nach dem Rennen, auch wenn sich ihr Körper durch die Geburt verändert habe und noch etwas zur alten Form fehle.
Ebenfalls stark präsentierte sich mit Taliso Engel ein weiterer deutscher Paralympics-Sieger. Über die 100m Brust schwamm Engel in 1:02,20 Minuten nochmals schneller als zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften und durfte sich somit deutlich über den Sieg freuen.
Für eine besondere Geschichte sorgte Janis McDavid. Der Athlet der Startklasse S1, der erst vor eineinhalb Jahren mit dem Leistungssport begonnen hat, stellte über die 50m Brust in 1:26,63 Minuten einen deutschen Rekord auf und jubelte über die Silbermedaille. Auch über die 50m Rücken (1:30,79) trug sich McDavid in die deutschen Rekordbücher ein und qualifizierte sich zudem souverän für die Para-EM diesen Sommer.
Mit weiteren Deutschen Rekorden glänzte auch Julian Füllgraf in der Startklasse S14. Über die 100m Freistil verbesserte Füllgraf die bisherige Bestmarke auf 56,82 Sekunden, über die 200m Freistil auf 2:03,22 Minuten. Medaillen gab es außerdem für Josia Topf. Der Paralympics-Sieger schwamm über die 50m Rücken (47,22) zu Silber und über die 150m Lagen (2:58,92) zu Bronze.
Neben der Rekord- und Medaillenjagd stand bei der World Series auch die Qualifikation für die Para-Europameisterschaften im Vordergrund. Für die Titelkämpfe konnten sich auch Gina Böttcher, Verena Schott, Mira Jeanne Maack, Tanja Scholz und Maurice Wetekam empfehlen. Und auch zahlreiche Nachwuchs-Normen wurden geknackt, unter anderem durch Nisanur Kocabas, Tabea Nele Teschauer, Judith Pein, Johanna Döhler, Charlotte Kast, Balint Koeszegvary und Philip Hebmüller.
Aktuell läuft in Berlin mit dem Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) bereits das nächste Highlight in der Para-Schwimmszene. Einen Zusammenfassung des Events gibt es demnächst dann hier auf www.swimsportnews.de.
Bild: Tino Henschel