03. Juni 2026

Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat mit einer klaren Aussage zur Vergütung von Athletinnen und Athleten bei Olympischen Spielen für lautstarke Diskussionen und prominente Kritik gesorgt. Die ehemalige Erfolgsschwimmerin und Olympiasiegerin sprach sich explizit gegen Preisgelder bei Olympia aus. 

"Ich glaube nicht daran, Athlet*innen zu bezahlen", erklärte Coventry mit Verweis auf ihre eigenen Erfahrungen als Leistungssportlerin. Aufgewachsen in Simbabwe, einem Land mit vergleichsweise begrenzten Fördermöglichkeiten im Sport, habe sie gelernt, dass Erfolg nicht ausschließlich über finanzielle Anreize definiert werde. 

Im Nachhinein stellte Coventry klar, dass sich ihre Aussage ausdrücklich auf Preisgelder bei Olympischen Spielen bezieht. Stattdessen müsse es andere Möglichkeiten geben, Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Karriereweg zu unterstützen und ihre Leistungen angemessen zu honorieren. 

Die Position der IOC-Präsidentin steht im deutlichen Gegensatz zu den zuletzt ausgetragenen Enhanced Games. Das umstrittene Projekt wirbt mit hohen Preisgeldern und Bonuszahlungen und lockt so die Athleten und Athletinnen weg vom sauberen, auf den Anti-Doping-Regelungen beruhenden Wettkampfsport. 

Besonders deutliche Kritik an Coventry's Aussagen kam von Olympiasieger Cameron McEvoy. Der australische Sprintstar, der in diesem Jahr mit einem neuen Weltrekord über die 50m Freistil für Furore gesorgt hatte, veröffentlichte eine eigene Rechnung zu möglichen Olympia-Prämien. Demnach würden selbst recht großzügige Zahlungen von 10.000 US-Dollar Antrittsprämie sowie Preisgelder von 100.000$, 60.000$ und 25.000$ für die Top 3 eines jeden Events lediglich rund 1,5 Prozent der etwa 12 Milliarden US-Dollar ausmachen, die das IOC innerhalb eines olympischen Vierjahreszyklus erwirtschaftet. 

Aus deutscher Sicht meldete sich unter anderem Josha Salchow zu Wort. Der Olympiafinalist von 2024 kommentierte Coventry's Aussagen in den sozialen Medien und beteiligt sich damit an der wachsenden Debatte über die finanzielle Wertschätzung olympischer Leistungen, die das IOC auch in den kommenden Monaten begleiten dürfte.