02. November 2026

Die europäische Schwimm-Elite steht vor einer Rückkehr nach Russland. Bei der Ausrichtung der Europameisterschaften 2030 wird das russische Kazan in Betracht gezogen.

Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine traf sich der Präsident von European Aquatics Antonia Silva im Oktober unter anderem mit dem Präsidenten des russischen Schwimmverbands Dmitry Mazepin, dem russischen Sportminister Mikhail Degtyarev sowie Vertretern der Republik Tatarstan. Bei den Gesprächen ging es laut dem europäischen Dachverband auch um eine mögliche Austragung der Europameisterschaften 2030 in Kazan. Russland war bereits für die Weltmeisterschaft 2025 geplant gewesen, hatte die Gastgeberrolle aber aufgrund des Angriffs auf die Ukraine wieder zurückgeben müssen. Die Wettkämpfe wurden stattdessen in Singapur ausgetragen. Eine offizielle Vergabe oder verbindliche Zusage für eine Austragung der EM 2030 in Russland liegen aber noch nicht vor.

Nachdem die russischen SchwimmerInnen seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen wurden, durften sie seit 2023 bei Weltverbandswettkämpfen unter neutraler Flagge wieder antreten. Die russischen Nachwuchstalente sind seit April 2025 bei europäischen Wettkämpfen wieder als StarterInnen ihrer Nation zugelassen. Seit dem 13. April 2026 gestattet der Weltverband auch erwachsenen SportlerInnen wieder, unter eigener Flagge, mit Nationalfarben und Hymne an Wettkämpfen teilzunehmen.

Schwimmen ist nicht die einzige Sportart, die sich Russland wieder annähert. Die Weltmeisterschaft im Gewichtheben wurde 2030 nach Moskau vergeben. Es ist damit die erste Vergabe einer WM in einer olympischen Sportart an Russland seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine.

 

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